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Führungspersönlichkeit und Nachhaltigkeit

Affe vor Motorradspiegel von Min Bajra, Nepali Times

Einmal in der Literatur erschienen, immer da, so geht es auch mit den „Big Five“, den Schlüsselkompetenzen, die das Verhalten eines Menschen angeblich bestimmen: Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Anpassungsfähigkeit und Gewissenhaftigkeit. Neurotizismus spiegelt z.B. angeblich individuelle Unterschiede im Erleben von negativen Emotionen wider.  Personen mit einer hohen Ausprägung in Neurotizismus erleben so häufiger Angst, Nervosität, Anspannung, Trauer, Unsicherheit und Verlegenheit. Zudem bleiben diese Empfindungen bei ihnen länger bestehen und werden leichter ausgelöst. Sie tendieren zu mehr Sorgen um ihre Gesundheit, neigen zu unrealistischen Ideen und haben Schwierigkeiten, in Stresssituationen angemessen zu reagieren.  Personen mit niedrigen Neurotizismus-Werten sind eher ruhig, zufrieden, stabil, entspannt und sicher. Sie erleben seltener negative Gefühle.
Was ist, wenn Menschen ihr Verhalten bewusst wird? Ja, sie können sich dann anders verhalten, wenn sie wollen. Dann bricht eine solche fast genetische Festlegung wie die Big Five-Theorie  weg. Um Nachhaltigkeit zu leben, geht es eben nicht, wie immer behauptet, um eine Balance zwischen beruflichen Erfolg und der individuell definierten Lebenszufriedenheit, was immer das auch heißen mag, und schon gar nicht um eine Balance zwischen zwei Polen, die sich jemand ausgedacht hat. Angeblich gibt es einen Persönlichkeitstyp, da ganz oben, wo die erste Geige in der Wirtschaft gespielt wird, diese Menschen sind emotional stabil, extrovertiert, verhalten sich sozial erwünscht und sind sehr Stressresistenz, naja dann Prost Mahlzeit. Wie bei allen Menschen, denen die soziale Dimension fehlt, jedenfalls die soziale Dimension, die sie der Nachhaltigkeit in der Welt verpflichtet, sind dort nicht selten offenbar Psychopathen unterschiedlicher Couleur , z.B. narzisstische Persönlichkeiten oder Menschen, die  zum Machiavellismus neigen zu finden. Ja,  Psychopathen, zeigen eine gewisse Risikobereitschaft, die dem persönlichen Wohl dienen soll, sie neigen sogar dazu aus dem Bauch heraus zu handeln, egal wie groß das Risiko für andere ist.

Das sind Eigenschaften, die es Managern  ermöglichen andere für sich zu gewinnen und  erfolgreich zu führen. Machiavellismus, ein Machtstreben, ist eine dunkle Eigenschaft, bei der es sehr auf die Dosierung ankommt. Es kommt drauf an  Teamfähigkeit und Konsensbildung unter das Machtstreben zu stellen. Personen mit hohen Extraversionswerten werden als  gesellig, aktiv, gesprächig, personenorientiert, herzlich, optimistisch und heiter beschrieben. Sie sind zudem empfänglich für Anregungen und Aufregungen. Na klar, das braucht man schon, um andere zu führen, aber wohin? Nachhaltigkeit ist die Richtung für die Menschheit, nicht die für kleine, auf persönlichen Gewinn hin gerichtete Gruppen.

Personen mit hohen Offenheitswerten beschreibt „Big Five“, dass sie bereit sind, bestehende Normen kritisch zu hinterfragen und auf neuartige soziale, ethische und politische Wertvorstellungen einzugehen. Das würde der Nachhaltigkeit gut tun, ob es das „Geschäft“  ankurbelt, ist die Frage.

Personen mit hohen Gewissenhaftigkeitswerten, sind organisiert, sorgfältig, planend, effektiv, verantwortlich, zuverlässig, aber für welches Ziel, in welcher Hin-Sicht, für Nachhaltigkeit? Erfolgreich ist auch ein Massenmörder, es kommt eben doch auf die Zielrichtung an und ob dieses ein Prinzip oder ein geschätzter Wert ist.

Was braucht man noch, um seine Position im Führungsbereich zu sicher. Personen mit niedrigen Verträglichkeitswerten beschreiben sich im Gegensatz dazu als widerstreitend, egozentrisch und misstrauisch gegenüber den Absichten anderer Menschen. Sie verhalten sich eher kompetitiv (mit anderen in den „Wettstreit“ tretend) als kooperativ. Auch hier fehlt der Big Five –Theorie der Maßstab für Nachhaltigkeit, wie so mancher anderen Psychologie.

Fotocredit: Min Bajra, Nepali Times