Die Rezeptur für spannende Vorträge

Einige wenige beherrschen die Schlaftabletten-Vorträge, sie schaffen es in wenigen Minuten ihr Publikum zu hypnotisieren, und zwar in die falsche Richtung, ihnen das Grausen zu lehren und sie sukzessive einzuschläfern.

Einer ihrer großen Tricks ist konservativ mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ zu beginnen, da muss nun keiner der Zuhörer irgendetwas Neues befürchten, kann sich getrost zurücklehnen, sich entspannen und langsam einnicken.

Sollten einige trotzdem wach bleiben, geht es gnadenlos weiter mit der Super-Formel der rhetorischen Mottenkiste „Ich begrüße unseren verehrten Professor Pusepampel nebst seiner entzückenden Gattin und natürlich unseren hochverehrten langjährigen Alterspräsidenten…“

Sollten all diesen Angriffen auf die Aufmerksamkeit der Zuhörer einige wenige noch nicht erlegen sein, könnten Sie die restliche Stimmung mit dem Satz „Bevor ich zum eigentlichen Thema meines Vortrags komme…“ töten. Kommen Sie also bloß nicht schnell zum Thema, das könnte die Spannungskurve wieder steigen lassen.

Auch der Satz vor dem vermeintlichen Schluss des Vortrags „Vielen Dank, lassen Sie mich nun zum Schluss meiner Ausführung kommen“, soll die Zuhörer nur täuschen, denn sie kommen noch lange nicht zum Schluss und reden locker eine Stunde weiter.

Aber lassen wir den Ernst beiseite, die typischen Reize eines Vortrags sind Bonmots, Aphorismen oder Zitate, sie sind das Salz in der Suppe ihres Vortrags.

Halten Sie sich bei allem ganz dicht an Luther: Tritt keck auf, mach’s Maul auf, hört bald auf!