Charakter

Wenn Menschen eine ganz bestimmte Art und Weise haben  sich auszudrücken, ihre Aufgaben des Lebens zu meistern, eine Art seelische Ausdrucksweise zeigen, so reden wir  von Charakterzug.

Da dieser Charakterzug im Zusammenhang im Miteinander erst zum Tragen kommt, ist Charakter ein sozialer Begriff. Alfred Adler (Individualpsychologie) betont, dass zum Beispiel bei einem Robinson ein Charakterzug wohl weniger bedeutend wäre, da seiner Meinung nach Charakter eine seelische Stellungnahme gegenüber der Umwelt ist. Und so lässt sich vermuten dass Robinson Crusoe sich nur  mit sich selbst auseinandersetzen konnte und deshalb nur über sich selbst ärgern konnte.

Alfred Adler fasst  genial zusammen, dass Charakter die psychische Stellungnahme, die Art und Weise wie ein Mensch mit seiner Umwelt umgeht, ihr gegenüber steht, seine Leitlinie des Lebens ist, das, was ihn im innersten leitet, auf sich aufmerksam zu machen, sich Geltung zu verschaffen und seinen Geltungsdrang durchzusetzen, immer im Widerpart zu einem Gemeinschafts-Gefühl.

Die Individualpsychologie stellt   das Verhalten eines Menschen durch ein Ziel festgelegt dar, ganz uncharmant ist dieses Ziel Das Streben nach Überlegenheit, nach macht, nach Überwältigung des ach so geliebten Mit-Menschen.

Die Individualpsychologie ist der festen Überzeugung, dass diese Welt- Anschauung, die im Hintergrund den Menschen leitet, seine beeinflusst, Lebensschablone wird und seine, des Menschen, Ausdrucksbewegungen lenkt.

Kurz gesagt sind diese oben erwähnten Charakterzüge nur die äußeren Erscheinungsformen eine Lebensanschauung, einer Bewegungslinie eines Menschen.

Sie sind, genauer betrachtet ein Buch ohne sieben Siegel, denn sie vermitteln die Haltung zur Umwelt, zu den mit Menschen, zur Gemeinschaft und zu den Lebensfragen, nämlich seiner „Ich-Du“- Beziehung, seiner Liebes-Beziehung, seiner Haltung zum Beruf und zur Gemeinschaft.

Das, was den Menschen individuell deutlich werden lässt, sind also seine Mittel, die eigene Persönlichkeit zu Geltung zu bringen. Es sind also sozusagen Kunstgriffe, die sich in ihrer Summe zu einer Methode des Lebens zusammenfügen.

Die Individualpsychologie stellt also Charakterzüge nicht als angeborenen da, sondern vergleicht sie mit einer Leitlinie, einer Lebenslinie, die den Menschen, durch seine Erziehung aufgebürdet, anhaftet und ihm gleichzeitig gestattet, fast automatisch jeder Lebenssituation seine einheitliche Persönlichkeit vorzuzeigen.

Fotocredit: Min Bajra, Nepal Times

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